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Im Interview: vitavegetare verknüpft Veggies
Vegetarier verbinden und ihnen eine Plattform zu bieten, auf der sie sich austauschen, informieren und auch Freundschaften schließen können, das war das Ziel von Marion Weis, der Gründerin von vitavegetare. Im Gespräch mit OkashiQueen verriet vitavegetare-Betreiberin Marion Weis noch mehr über ihr Projekt, die Entwicklungszeit und die Entstehung der Idee.
OkashiQueen: Marion, Du bist die Gründerin von vitavegetare, der ersten Social Community für Veggies. Kannst du dich und deine Community bitte kurz vorstellen?
vitavegetare: Ja, sehr gerne … ich habe zusammen mit meinem Bruder am 1. Oktober 2004 die Community gegründet. Zwar ging zu diesem Zeitpunkt die Community erstmals online, aber wir hatten bereits ein ganzes Jahr die Vorarbeit dafür geleistet. Mein Bruder ist als Ingenieur für die Programmierung und technischen Möglichkeiten der Seite zuständig und ich als Oecotrophologin kümmere mich um die Inhalte und die Kommunikation innerhalb der Community.
Woher stammte die Idee, eine solche Plattform für Veggies ins Leben zu rufen?
Die Idee stammt aus dem Jahre 2003, als es im Internet noch keine vergleichbare Community für Vegetarier gab. Zwar gab es ansprechende Webseiten für Vegetarier, aber eine Community um Vegetarier kennen zu lernen und mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten, gab es bis dahin noch nicht. Bei einem Aufenthalt in den schönen Schweizer Bergen, wurde die Idee von vitavegetare geboren und erste Entwürfe zu Papier gebracht.
Was macht Vitavegetare aus?
Bei vitavegetare sind alle Menschen willkommen, die sich für die fleischlose Ernährung interessieren, also auch Fleischesser mit ernsthaftem Interesse. Dazu natürlich Veganer und alle Arten der vegetarischen Ernährung, also ovo-lacto etc. Das macht eine interessante Mischung aus. Zudem sind wir stolz darauf, dass sich bei vitavegetare Menschen jeden Alters finden, das jüngste Mitglied ist 12 und das älteste über 80 Jahre. Hier fühlt sich jeder wohl.
Vitavegetare beruht auf einem Mitmachprinzip. Den Mitgliedern werden zahlreiche Möglichkeiten geboten, sich mitzuteilen, sei es per Tagebuch, Profilfragen, Rezepten oder Bildern. Im Forum haben die Mitglieder die Möglichkeit mit anderen Usern zu diskutieren oder Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.
Die Mitgliedschaft ist kostenlos.
Und welche Ziele verfolgst du mit vitavegetare?
Unsere Grundidee ist das Vernetzen von Vegetariern und der Kontakt zu Gleichgesinnten. Um es allen interessierten Usern zu ermöglichen, haben wir uns bewusst für eine kostenlose Mitgliedschaft entschieden.
Wie lang hat es gedauert, bist du ins Netz gehen konntest und auf welcher Basis (technisch) existiert vitavegetare?
Eine Idee ist schnell im Kopf und auch noch schnell auf Papier festgehalten. An mögliche Probleme denkt man hierbei meist selten. Um eine funktionstüchtige Community auf die Beine zu stellen, haben wir ein ganzes Jahr Vorarbeit geleistet, dazu zählt in erster Linie die Programmierung der Seite, aber auch Organisatorisches und natürlich die Inhalte, die vielen Rezepte und Artikel mussten geschrieben werden.
Wie war die Resonanz, nach dem du die Pforten von Vitavegetare geöffnet hast?
Sehr gut, anfangs hat es natürlich eine Weile gedauert, bis Vitavegetare bekannt wurde, so dass sich anfangs nur vereinzelt neue Mitglieder angemeldet haben, aber bereits nach einigen Monaten hatten wir über 1000 Mitglieder und zurzeit melden sich jeden Tag neue Mitglieder an.
Wie werden neue Mitglieder auf vitavegetare aufmerksam? Gibt es ein Konzept für die Mitgliederwerbung?
Neue Mitglieder finden vitavegetare bei Google, weil wir auf ein gutes Ranking achten, durch Verlinkung auf anderen Webseiten oder erfahren es von Freunden durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Mittlerweile ist vitavegetare so bekannt, dass wir keine explizite Mitgliederwerbung betreiben.
Spielt Suchmaschinenoptimierung oder Social Bookmarking dabei eine Rolle?
Wir achten auf ein hohes Ranking bei Google. Und das zahlt sich aus. Allein hierüber finden viele Interessierte zu uns. Und manche bleiben länger und werden Mitglied.
Der schönste Moment [ist], wenn ein Fleischesser (…) zum Vegetarismus [findet].
Über 5500 Mitglieder finden sich auf der Plattform. Wie beurteilst Du das Wachstum und gibt es Pläne für die Zukunft?
5000 Mitglieder ist eine beachtliche Zahl. Das Wachstum ist konstant, es melden sich jeden Tag neue Mitglieder an. Wie schon öfter passiert in den letzten Jahren, werden wir auch in Zukunft immer wieder die Seite überarbeiten, das heißt optisch wird die Seite angepasst, neue Inhalte werden eingefügt, neue Funktionen, neue Strukturierung, um es den Mitgliedern einfacher zu machen auf bestimmte Inhalte schneller zuzugreifen. Die Seite ist immer in Bewegung und passt sich den Bedürfnissen der Mitglieder an. Auch für Vorschläge von Seiten der Mitglieder sind wir offen.
Wie groß ist das Team?
Seit der Idee bis heute besteht unser Team aus 2 Administratoren. Dazu kommen die Moderatoren im Forum. Ein sehr kleines Team und die Arbeiten für Vitavegetare leisten wir alle in unserer Freizeit.
Sind das ausschließlich Vegetarier, die sich dort tummeln?
Nein, eine zweite große Gruppe sind Veganer. Daneben sind auch ein paar Fleischesser, die aber nur zu einer geringen Quote vertreten sind. Einige von ihnen haben es durch vitavegetare geschafft, Vegetarier zu werden. Das ist dann immer der schönste Moment, wenn ein Fleischesser im Forum oder per Mail schreibt, dass er durch uns den Weg zum Vegetarismus gefunden hat.
Hast du aufregende oder spannende Dinge durch vitavegetare erlebt?
Seit der Gründung von Vitavegetare haben wir schon einiges erlebt. Was uns immer freut, ist positives Feedback, z. B. eine Stärkung der Lebensweise, der Weg hin zu einer neuen Ernährungsweise, Freundschaften und Partnerschaften, welche über unsere Community entstanden sind. Auf der anderen Seite gab es natürlich auch einige Tiefen. Ich denke, damit muss jede Community fertig werden.
Wenn du fünf Jahre und mehr in die Zukunft blicken könntest: Wie wird sich vitavegetare präsentieren?
Vitavegetare wird sich auf jeden Fall wieder mehr als eine reine Community präsentieren. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass primär der Wunsch nach Freundschaften oder Partnerschaften besteht. Demnach werden wir versuchen, diese Bereiche weiter auszubauen.
Wie bist du Veggie geworden?
Als Kind kam mir die Frage, warum essen wir eigentlich Fleisch und Fisch. Es ist mit keinem besonderen Erlebnis verknüpft, ich weiß nur, dass ich von heute auf morgen kein Fleisch mehr aß. Mein Glück war, dass auch meine Familie von der Idee begeistert war. Das macht eine Umstellung natürlich leichter.
Aber ich habe es nie bereut, im Gegenteil, meine Einstellung hat sich zunehmend gefestigt. Vor 20 Jahren war man als Vegetarier ja eher ein Außenseiter und galt als was Besonderes. Aber die vegetarische Ernährung hat sich in den letzten Jahren weiter entwickelt und ist heute nicht mehr wegzudenken. Die Kritiker von damals sind schon lange verstummt …
Wie bleibst du auf dem Laufenden und kannst du den Lesern von OkashiQueen eventuell Blogs oder Portale empfehlen?
Als Diplom-Oecotrophologin habe ich natürlich jeden Tag mit Ernährung zu tun. Daher erfahre ich beruflich viel über Ernährung, über gesunde aber auch falsche Ernährungsweisen und kann diese Erfahrung bei vitavegetare einbringen.
Welche Bedeutung hat die Entstehung des Internet für dich? Welche Vorzüge bringt es mit sich?
Das Internet ist eine tolle Möglichkeit Leute kennen zu lernen. Unsere Mitglieder kommen aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus Österreich oder der Schweiz. Man trifft viele Gleichgesinnte und schöpft so aus einem großen Pool verschiedener Meinungen und kreativen Ideen. Das ist es, was das Internet für mich so besonders macht, denn ohne das Internet hätte ich einige Vegetarier nie kennen gelernt.
Kochst du selbst oder lässt du kochen?
Natürlich lasse ich mich gern bekochen, aber mir macht es auch selbst viel Spaß zu kochen und neue Rezepte auszuprobieren. Vitavegetare gibt mir da ja eine Unmenge von neuen Ideen an die Hand.
Wie gehst du mit Intoleranz um? Welche Erfahrungen machst du privat mit dem Veggiesein?
Intoleranz habe ich im Laufe der Zeit viel erfahren. Diese war sicher nicht bösartig, aber der Eindruck, sich ständig rechtfertigen zu müssen, ist haften geblieben. Durch vitavegetare hat sich aber auch mein Leben verändert. Ich habe mich viel intensiver mit der Thematik auseinander gesetzt, bin entspannter geworden und gehe heute selbstbewusster und offener mit dem Vegetarismus um.
Welche Wünsche hast du für dich selbst?
Meine Wünsche für die Zukunft sind, dass der positive Trend der vegetarischen Ernährung niemals abreisen wird und dass auch in Zukunft noch mehr Menschen den Blick über den Tellerrand wagen und ihren Horizont erweitern.
Vielen Dank für das sehr informativ und nette Gespräch!
























